Baden - Panorama
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Die Landschaft Badens besticht durch ihre natürliche Schönheit und ein reiches kulturelles Erbe, welches einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands beinhaltet. Dominiert von einer zentralen Tiefebene eignet sich die Region für Wanderurlauber und Fahrradfahrer, die beschauliche Touren durch romantische Kulturlandschaften anstrengenden Wanderungen durch das bergige Alpenvorland vorziehen. Gleichfalls erheben sich östlich von Baden die bewaldeten Gipfel des Schwarzwaldes und laden zu einer Reise in eine der wilderen Landschaften Deutschlands ein. Dazwischen warten zahlreiche alte Städte mit ihrer reichen Geschichte darauf, erkundet zu werden.

Baden und Baden-Württemberg

Die Region Baden beherbergte einst das gleichnamige Großherzogtum. Die politische Situation änderte sich in den Wirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach, bis die Region schließlich 1952 im neu geschaffenen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Die Region bewahrte sich jedoch ihre eigene kulturelle Identität und zahlreiche lokale Kirchen und Verbände richten sich in ihrer Organisation nach wie vor nach den historischen Grenzen.

An vielen Orten kann bis heute ein ausgeprägtes badisches Traditionsbewusstsein beobachtet werden. So wird beispielsweise das Bandnerlied, die inoffizielle Landeshymne Badens, in vielen Stadien vor Sportereignissen gespielt. Eine eingehende Art, die regionale Kultur am eigenen Leib zu erfahren, bietet die traditionelle badische Küche. Sie weist starke französische Einflüsse auf und gilt im Vergleich zu vielen anderen Regionalküchen als leichter und weniger fettig. Hinzu kommt, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft Badens mit dem Elsass und dem Schwarzwald weitere Regionen mit überregional bekannten Küchen befinden.

Die Landschaft Badens

Im Südwesten Deutschlands gelegen, besteht der Kern Badens aus der oberrheinischen Tiefebene. Die weitläufige Ebene wird von vielfältigen Kulturlandschaften beherrscht. Das oberrheinische Tiefland wird von einem milden Klima begünstigt und gilt als die wärmste Region Deutschlands. Warme Sommer und milde Winter mit mäßigen Niederschlägen erlauben es diversen Sonderkulturen zu florieren. Weinbau, Obst- und Spargelplantagen sowie Tabakanbau gehören zu den landwirtschaftlichen Schwerpunkten der Region. Die vielen frischen Landwirtschaftsprodukte tragen ihren Teil dazu bei, dass die Gastronomie Badens über ihre Grenzen hinaus bekannt ist.

Im Osten wird Baden durch die Hügellandschaft des Kraichgau und die naturbelassenen Wälder und Gipfel des Schwarzwaldes begrenzt. Südlich davon erheben sich die entfernten, schneeverhangenen Gipfel der Alpen. Im Westen wird die Grenze Badens durch den Oberrhein definiert. Zahlreiche Natur- und Vogelschutzgebiete sowie einige der letzten Auenwälder des Rheins lassen sich dort entlang des Flusses finden.

Historische Städte

In Baden befinden sich viele historische Städte, die auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Die ehemalige Residenzstadt Karlsruhe wurde einst als barocke Planstadt gegründet. Die Spuren seiner Gründung sind noch heute deutlich sichtbar. Das barocke Karlsruher Schloss und sein gepflegter Schlossgarten bilden den Ausgangspunkt für das fächerförmige Straßennetz der Altstadt. Aufgrund seines relativ jungen Alters fehlt der Stadt zwar ein mittelalterlicher Stadtkern, jedoch verleiht die vielerorts anzutreffende, klassizistische Architektur Karlsruhe ein besonderes historisches Stadtbild. Zudem beheimatet die Stadt mit dem Badischen Landesmuseum das größte Museum für Landes-, Kultur- und Kunstgeschichte in ganz Baden.

Ein besonderes Panorama bietet der Blick vom berühmten Heidelberger Schloss auf das darunter liegende Heidelberg selbst. Eingerahmt von bewaldeten Hügeln ist die Heidelberger Altstadt jährlich ein beliebtes Ziel für Touristen. So gehören u. a. das über 400 Jahre alte Hotel „Zum Ritter“ sowie die Alte Brücke, eine der ältesten Brücken ganz Deutschlands, zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten.

Im Süden des Oberrheingrabens und am westlichen Fuße des Schwarzwaldes liegt mit Freiburg eine der klassischen Universitätsstädte Deutschlands. Eingebettet in die natürliche Landschaft der Region, beinhaltet das Freiburger Stadtgebiet selbst sieben Naturschutzgebiete. Dazwischen befindet sich ein vielschichtiges Stadtbild, das mit architektonisch bedeutsamen Bauten aus allen Epochen versehen ist. All dies wird vom gotischen Turm des ansonsten größtenteils romanischen Freiburger Münsters überragt.

Neben den großen Städten beherbergt die Landschaft Badens zudem zahlreiche kleine Fachwerkstädte und beschauliche Dörfer. Verbunden werden die vielen Ortschaften von einem gut ausgebauten Wanderwegenetz.

Wandern in Baden

Mit ihrer sanften Landschaftsführung und der abwechslungsreichen Kulturlandschaft eignet sich die oberrheinische Tiefenebene als Ausgangspunkt für diverse ausgedehnte Wanderungen. Zwischen Weinbergen, Wiesen und Wäldern ist die Region zudem mit zahlreichen kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten gespickt. Verbunden wird dies alles mit einem ausgedehnten Netz an Straßen und Wanderwegen. Das erlaubt es, auf Wanderungen und Fahrradtouren durch die Landschaft Badens, eine beliebige Auswahl an Sehenswürdigkeiten miteinander zu verbinden.

Beliebte Wanderwege

Durch die Region Baden führen eine Reihe beliebter Fernwanderwege. Viele dieser Strecken zweigen dabei unterwegs in den benachbarten Schwarzwald ab, welcher eines der beliebtesten Ziele für Wanderungen in Deutschland ist.

Durch Baden und den Schwarzwald verläuft beispielsweise ein Abschnitt des Europäischen Fernwanderweges E1. Die Strecke führt über Heidelberg und Pforzheim, quer durch den Schwarzwald hindurch, bis hinab nach Konstanz. Der Schwarzwald verfügt über ein ca. 1500 km langes Wegenetz mit sieben zertifizierten Premiumwegen. Unter diesen gilt der 119 km lange Schluchtensteigweg als der spektakulärste. Er führt u. a. durch die Wutachschlucht sowie an den Schleifenbachfällen und dem Windbergwasserfall vorbei.

Von Konstanz aus können Wanderer, dem Bodensee Rundweg folgend, einmal um den weitläufigen See herum wandern. Der 53 km lange „SeeGang“ führt dabei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region vorbei. Die gut ausgebaute Anbindung mit Bus und Fähre erlaubt es überdies, von jedem beliebigen Abschnitt aus zurück nach Konstanz zu reisen.

Der Querweg von Freiburg nach Konstanz

Der 176 km lange Querweg verbindet die beiden historischen Städte Freiburg und Konstanz miteinander. Die beiden Universitätsstädte bestechen jeweils durch ein historisches Stadtbild, welches von einer beeindruckenden Naturlandschaft komplettiert wird. Freiburg verschmilzt vielerorts mit den diversen Wäldern und Naturschutzgebieten und befindet sich in Sichtweite des Schwarzwaldes. Konstanz schmiegt sich hingegen an den weitläufigen Bodensee und bietet von seiner mediterranen Seepromenade aus einen eindrücklichen Blick auf das ferne Alpenpanorama.

Freiburg dient als Startpunkt für die mehrtägige Wandertour. Dies bietet sich nicht zuletzt deswegen an, weil sich auf diese Weise im Laufe der Reise allmählich das ferne Bergpanorama der Alpen am Horizont empor schraubt. Die abwechslungsreiche Strecke führt durch den Schwarzwald, vorbei an traditionellen Schwarzwaldhöfen. Mit dem Dreisamtal, dem Höllental und dem Wutachtal werden unterwegs eine Reihe spektakulärer Täler und Schluchten durchquert. Der 1190 m hohe Hochfirst ist hingegen der höchste Punkt der Route und bietet mit seinem Aussichtsturm ein beliebtes Zwischenziel.

In Konstanz angekommen erwartet Reisende die einzige Stadt in Deutschland, in welcher eine mittelalterliche Altstadt und eine mediterrane Strandpromenade nur wenige Fußminuten voneinander entfernt sind. Weil Konstanz die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überraschend gut überstanden hat, besticht sein historischer Stadtkern mit einer bemerkenswert großen Anzahl an Fachwerkhäusern und einem dichten Netzwerk, aus verwinkelten Gassen. Der Bodensee bietet nicht nur die Möglichkeit, für einen Badeurlaub und Wassersport. Mit der Blumeninsel Mainau und der Klosterinsel Reichenau beherbergt er auch zwei der beliebtesten Touristenattraktionen Süddeutschlands.

Wanderung zum Heidelberger Schloss

Das Heidelberger Schloss gilt als eine der berühmtesten Schlossruinen Europas. Es ist das Wahrzeichen Heidelbergs und thront an der Flanke des Königsstuhls weithin sichtbar über der Stadt. Mit jährlich über 1 Million Besuchern zählt das Heidelberger Schloss zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Obwohl nicht bekannt ist, wann genau das Schloss errichtet wurde, weiß man, dass ab dem 13. Jahrhundert Bauarbeiten begannen, mit dem Zweck das Schloss zu erweitern. Es diente lange Zeit als Residenz der Pfälzer Kurfürsten. Nach seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde es im Laufe der Jahrhunderte teilweise restauriert. Seine Mischung aus architektonischem Pomp und wehmütiger Schlossruine, die an den Glanz einer längst vergangenen Zeit erinnert, sorgte dafür, dass das Heidelberger Schloss während der Romantik erzählerisch und in der Dichtkunst verklärt wurde. Es wurde zum Inbegriff der Sehnsucht nach einer ehemals goldenen Epoche stilisiert.

Wer Heidelberg besucht, kommt um eine Besichtigung der weitläufigen Schlossbauten kaum herum. Mit einer Wanderung entlang des Philosophenweges lassen sich die Heidelberger Altstadt, das prunkvolle Residenzschloss sowie zahlreiche eindringliche Aussichtspunkte rund um die Stadt miteinander verbinden.

Die Wanderung startet am nördlichen Ende der Theodor-Heuss-Brücke. Dort weißt ein Schild bereits auf den Philosophenweg hin. Die anschließende Wanderung führt über eine Gesamtstrecke von 13 km quer durch die Heidelberger Altstadt sowie durch diverse Gärten und Waldgebiete bis hinauf zum Schloss und dem Königsstuhl. Dabei erwarten Wanderer eine Reihe spektakulärer Aussichten mit Blick auf die Altstadt als auch auf das Heidelberger Schloss. Unterwegs führt der Weg auch an zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei und bietet auf dem Marktplatz die Gelegenheit, sich zwischendurch in einem Restaurant oder Café zu stärken.

Drei-Burgen-Wanderung bei Baden-Baden

Die Kur- und Bäderstadt Baden-Baden ist für ihre Thermalquellen berühmt. Schon die Römer wussten die wohltuende Wirkung der heißen Quellen zu schätzen. Im Mittelalter wurde Baden-Baden Residenzstadt der Markgrafschaft und war für diese namensgebend. Neben seinen Bädern ist die Stadt heutzutage auch für ihr reiches kulturelles Angebot bekannt. Das Festspielhaus ist das zweitgrößte Konzerthaus Europas und die Philharmonie Baden-Baden gilt als eine der traditionsreichsten Orchester Deutschlands.

Ein Besuch Baden-Badens lässt sich zusätzlich mit einer Rundwanderung verbinden, welche nicht weniger als drei verschiedene Burgen miteinander kombiniert. Unterwegs können Wanderer neben dem Neuen Schloss, Schloss Hohenbaden und Burg Alt-Eberstein auch die Altstadt Baden-Badens sowie eine abwechslungsreiche Landschaft mit Gärten, Waldgebieten und Felsformationen bewundern.

Der gut 15 km lange Weg startet in der Altstadt unmittelbar vor dem Neuen Schloss. Von dort aus führt der Weg durch das einstmalige Landesgartenschaugelände und den Stadtwald hinauf bis zur Ruine von Schloss Hohenbaden. Weiter führt der Weg durch die Felsenlandschaft des Naturschutzgebietes Battert bis auf die Spitze einer Bergkuppe, welche dem Schlossberg vorgelagert ist. Dort haben Besucher, von Burg Alt-Eberstein aus, einen weitläufigen Panoramablick auf Baden-Baden und die Rheinebene. Das Burgcafé bietet erschöpften Wanderern eine Möglichkeit, zu rasten.

Fahrradtouren

Die Region Baden ist ein beliebtes Ziel für Radreisen. Die oberrheinische Tiefebene eignet sich für gemütlichere Touren, ohne übermäßig große Steigungen. Im Osten und Süden Badens bieten der Schwarzwald und seine Ausläufer hingegen die Möglichkeit auf anspruchsvollerer Touren. Dafür werden Reisende dort mit einer Reihe spektakulärer Bergpanoramas belohnt.

Der Rheinradweg

Für Radfahrer, welche Lust auf eine längere Radreise haben, bietet sich der Rheinradweg an. Der Fernradweg gilt als einer der modernsten und bestausgebauten Radwege der Welt. Mit einer Gesamtlänge von 1233 km erstreckt er sich über insgesamt 24 Etappen von den Schweizer Alpen bis in die Niederlande. Sieben dieser Etappen verlaufen dabei durch Baden.

Von Konstanz aus führt die Strecke entlang der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz bis nach Basel. Von dort folgt der Weg dem Rhein in das flache oberrheinische Tiefland. Vorgebirge, tiefe Wälder, Flussauen und schließlich beschauliche Kulturlandschaften erwarten Reisende auf ihrem Weg nach Norden. Weil die Strecke vom Hoch- ins Flachland führt, fahren Radfahrer auf jeder einzelnen Etappe länger bergab als bergauf. Entlang des Weges bieten sich Reisenden zahlreiche Sehenswürdigkeiten sowie vielerorts Unterkunftsmöglichkeiten.

Ambitioniertere Radfahrer können an verschiedenen Abschnitten der Strecke Abstecher in den Schwarzwald machen. Der Rheinradweg ist Teil eines weitverzweigten Fernradwegenetzwerkes und alternative Routenverläufe sind jederzeit möglich. So überschneidet sich beispielsweise der Rheintalradweg etappenweise mit dem Rheinradweg, nur um an anderen Stellen in eine weiter östliche Streckenführung abzuzweigen.

Der Südschwarzwald-Radweg

Mit dem Südschwarzwald-Radweg existiert ein gut ausgebauter Fernradweg, der es Radfahrern erlaubt, die Schönheit des Schwarzwaldes zu erkunden, ohne dabei übermäßig viele Steigungen in Kauf nehmen zu müssen. Die 237 km lange Strecke führt einmal um den Naturpark Südschwarzwald herum. Die Streckenführung ist speziell so konzipiert, dass Steigungen weitestgehend vermieden werden.

Beginn der Etappe ist in Hinterzarten auf 855 Metern über Meereshöhe. Nach 45 km geht es steil bergab. Höhepunkte der Tour sind Zwischenstopps in Freiburg und Basel sowie eine Fahrt durch die beliebte Wutachschlucht. Der letzte Abschnitt der Strecke führt schließlich 800 Höhenmeter den Feldberg hinauf. Diese lassen sich bequem mit der Höllentalbahn zurücklegen. Alternativ erwartet Radfahrer, die am Ende der Reise ihre Ausdauer und Kraft auf die Probe stellen wollen, eine extrem anspruchsvolle Strecke den Berg hinauf.

Wasserwandern

Baden und seine benachbarten Regionen bieten viele Möglichkeiten für unterschiedliche Wassersportarten sowie Wasserwanderungen. Auf dem Bodensee können z. B. Ausflüge mit dem Segel- oder Tretboot unternommen werden. Kanufahrten, Surfen und Stand Up Paddling ist ebenso möglich. Wer die Zeit am Badesee für einen ausgedehnten Badeurlaub nutzen möchte, kann dies ebenfalls an diversen Strandbädern tun.

Der Kanuweg durch die Rastatter Rheinaue erlaubt es Reisenden unterdes, den Rhein von einer kaum bekannten Seite kennenzulernen. Die Kanutour führt durch eine der letzten verbliebenen Rheinauen. Entlang alter Rheinschlingen – Überbleibsel aus der Zeit, bevor der große Fluss für die Schifffahrt begradigt wurde – warten dschungelhafte Auenwälder, Stromschnellen und zahlreiche Wildtiere wie Schwäne und Bieber.

Die Allgäuer Alpen und das Allgäu

Zu den beliebtesten Bergregionen in Deutschland gehören die Allgäuer Alpen, die sich über 75 Kilometer weit in den nördlichen Ostalpen erstrecken, und dies zu Recht. Die spektakulären Grasberge der Gebirgsgruppe, mit ihrem Neigungswinkel von stellenweise bis zu 70 Grad, bieten eine atemberaubende Ansicht. Die markantesten Gipfel der Allgäuer Alpen sind der Hohe Ifen, Höfats, die Mädelegabel, das Nebelhorn, der Widderstein, der Schneck, die Trettachspitze, der Hochvogel oder der Höfats.

Das beeindruckende Gebirge liegt östlich des Bodensees und verteilt sich auf Deutschland mit dem Bundesland Bayern und Österreich mit Tirol und dem Vorarlberg.

Das Allgäu

Das Allgäu ist im eigentlichen Sinne keine eigene Region, sondern nur ein Landschaftsname, der mit den Allgäuer Alpen in Verbindung gebracht wird. Zwar wird das Allgäu gern als Region bezeichnet, liegt aber im Gegensatz zu den Allgäuer Alpen fast ausschließlich in Deutschland und bezeichnet den südlichsten Teil Bayerns. Das Allgäu ist eine Landschaft voller sprachlicher und kultureller Besonderheiten.

Wer zum ersten Mal im Allgäu Urlaub macht, trifft auf drei Besonderheiten: unendlich viele Kühe auf saftigen, grünen Weiden, freundliche Einheimische mit ihren charmanten, charakteristischen Dialekt und eine atemberaubend schöne Natur, mit Wanderwegen, die jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen lassen. Viele Höhlen entlang der Wege gilt es zu entdecken, besonders die Sturmannshöhle bei Obermaiselstein ist einen Besuch wert. Und wer während der Wanderung in einen Gasthof einkehrt, der sollte eine kulinarische Spezialität probieren – den Allgäuer Bergkäse.

Kultur und historische Städte im Allgäu

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau dürften in Verbindung mit Bayern fast jedem ein Begriff sein. Tatsächlich aber befinden sich die beiden Märchenschlösser nicht in Bayern, sondern im Allgäu. Zu den Schlössern und in der direkten Umgebung der Schlösser gibt es wunderschöne Wanderwege, die der Wanderer mit einem Besuch in einem der Schlösser verbinden kann.

Ebenfalls sehenswert sind Wangen, mit seiner noch in großen Teilen verbliebenen historischen Altstadt und die mittelalterlichen Städte Isny, Füssen, Kaufbeuren und Kempten. Speziell Kempten mit seiner über 2000 Jahre alten Geschichte ist eine Reise wert.

Wandern in den Allgäuer Alpen

Die Allgäuer Alpen sind nicht nur ein geeignetes Gebiet für Bergtouren, da die Wanderwege mit den Seilbahnen fast perfekt aufeinander abgestimmt sind. Die Höhenwanderwege verlaufen nach festgelegten Routen von einer Berghütte zur nächsten. Da die Berghütten und Berggasthöfe nicht nur auf „Einkehrer“, sondern auch auf Übernachtungsgäste eingestellt sind und hervorragende Übernachtungsmöglichkeiten inmitten der herrlichen Berglandschaft bieten, ist ein kompletter Wanderurlaub in den Allgäuer Alpen möglich. Ausgiebige Tagestouren und kurze Wanderungen sind ebenfalls möglich.

Als mit einer der schönsten Wanderwege gilt der 2,5 Kilometer lange Wanderweg durch die Breitachklamm. Das schmale Tal ist die tiefste Klamm der Allgäuer Alpen und zeigt den Wanderern die einzigartige Natur der wunderschönen Gebirgsgruppe.

Wandern in der Allgäuer Region

Das Allgäu bietet nicht nur herrliche Wanderwege in den Allgäuer Alpen, das Gleiche gilt auch für die Landschaft im Tal. Das Allgäu ist als Paradies für Wanderer bekannt. Die Landschaft ist durchzogen von Fernwanderwegen, Pilgerwegen und interessanten Tageswanderwegen.

Die wichtigsten und interessantesten Fernwanderwege im Allgäu sind unter anderem der als E4 gekennzeichnete europäische Fernwanderweg, der das Allgäu von Westen nach Osten durchquert und der als E5 gekennzeichnete Fernwanderweg, der die Region von Westen nach Süden durchläuft.

Der Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg, ebenso wie der Heuberg-Allgäu-Weg, enden im Württembergischen Bereich des Allgäus.

Für Wanderer, die gern intensiv und lange unterwegs sind, bietet sich die Wandertriologie des Allgäus an. Dieses Fernwandernetz über 53 Etappen führt auf drei Routen und einer Gesamtlänge von 876 Kilometern durch Mittelschwaben und das Allgäu.

Für Pilger und Wanderer stehen der Münchner Jakobsweg und der Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg zur Verfügung.

Schleswig-Holstein – Wandern zwischen Nord- und Ostsee

Die Landschaft Schleswig-Holsteins ist ganz anderer Natur, als im herrlichen Allgäu, allerdings genauso schön und sehenswert.

Nicht umsonst wurde das Wattenmeer mit einer Fläche von insgesamt über 4.000 Quadratkilometern im Jahr 1985 zum Nationalpark ernannt und in das Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen.

Das Wattenmeer ist ein Paradies für die unterschiedlichsten Tierarten. Bei Wattwanderungen während Ebbe gibt es viel zu entdecken: Schlick-, Misch- und Sandschlick, in dem neben Muscheln und Wattwürmern allerlei Getier lebt. Das Wattenmeer selbst ist neben zahlreichen Fischarten auch die Heimat von über 12 Millionen Vögeln. Sie überwintern im Wattenmeer, brüten oder rasten auf dem Weg ins Winterquartier. Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale leben friedlich miteinander, teilweise im Wasser und an Land und ziehen hier ihren Nachwuchs auf.

Doch nicht nur das Wattenmeer hat einiges für Wanderer zu bieten, sondern auch das Land Schleswig-Holstein.

Zu Fuß durch den „hohen Norden“

Rund um fast jede größere Stadt findet der Wanderfreund gut ausgebaute Wanderwege durch die fast ursprüngliche und raue Natur Schleswig-Holsteins.

Rundwanderung um den Bistensee

Der knapp 12 Kilometer lange Rundwanderweg um den schönen Bistensee lädt auch Anfänger des Wandersports zu einer dreistündigen Tour ein. Zwischen den Hüttener und den Duvenstedter Bergen läuft der Weg entlang des malerischen Bistensees. Vom gleichnamigen Dorf Bistensee aus führt der Weg die Wanderer durch eine abwechslungsreiche Wälder- und Knicklandschaft einmal um den herrlichen See herum. Eine Schutzhütte, ein Café und ein Hotel laden zum Ausruhen und Stärken ein und bieten eine herrliche Aussicht.

Entlang der ganzen Strecke gibt es Badeplätze und Ruhestellen in einer wunderschönen Kulisse.

Wanderroute Bülker Leuchtturm – die Ostsee genießen

In der Kieler Förde, um genau zu sein in der Gemeinde Strande, findet der Wanderfreund eine besondere Route. Mit 8,7 Kilometern Länge ist der Wanderweg ab dem Bülker Leuchtturm genau richtig für einen kurzen Tagesausflug an der Ostsee. Zu jeder Jahreszeit hat dieser Weg den Wanderern etwas Besonderes zu bieten, sei es im Frühjahr der Kontrast zwischen hellgelben Rapsfeldern und dem tiefen Blau der Ostsee oder das dunkle, bewegte Wasser der Ostsee und der weite Blick auf Menschenleere Strände im Winter.

Der Weg startet am Leuchtturm und läuft die Steilküste entlang bis nach Stohl. Der Weg zurück verläuft über einen Strandabschnitt, an dem man seltene Steine wie den Kinnekulle Diabas aus Skandinavien oder einen der begehrten „Hühnergötter“, ein Feuerstein mit einem Loch in der Mitte, suchen kann.

Fernwanderwege in Schleswig-Holstein

Für eingefleischte Wandersportler und Wanderungen über mehrere Tage bieten sich die Fernwanderwege in Schleswig-Holstein an.

Naturparkweg

Der circa 200 Kilometer lange Naturparkweg führt den Wanderer in mehreren Etappen von Eckernförde bis zum Ratzeburger- und Großen Segeberger See.

Der Fernwanderweg schlängelt sich durch wenig vom Tourismus erschlossene Landschaften und bietet entlang des Weges zahlreiche Kultur- und Naturdenkmäler.

Der Fernweg Naturparkweg verbindet etliche Naturparks, wie die Hüttener Berge, den Aukrug Naturpark und den Westensee des Landkreises Rendsburg-Eckernförde mit dem Segeberger Forst und dem Naturpark Holsteinische Schweiz.

Der Naturparkweg ist in neun verschiedene Tages-Etappen aufgeteilt. Selbstverständlich können die Etappen ganz nach Belieben geplant werden, auch der Einstieg ist individuell planbar.

Nord-Ostsee- Wanderweg

Von der Eckerförder Bucht startet auch der schönste Wanderweg quer durch Schleswig-Holstein. In Meldorf startet der Weg und führt, wie der Name schon vermuten lässt, von der Nordsee quer durch das Land bis an die Ostsee – um genau zu sein bis nach Kiel.

Europäischer Fernweg Nordsee-Bodensee-Lugano

Der längste und anspruchsvollste Fernwanderweg ist der Nordsee-Bodensee-Lugano Weg. Der 2400 Kilometer lange Wanderweg startet bei Flensburg an der dänischen Grenze, verläuft über Schleswig, Kiel und Eutin und stößt bei Travemünde auf den europäischen Fernwanderweg E9, der durch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern führt. Von hier ab läuft der Weg weiter nach Konstanz und über den Gotthard-Pass nach Genua.

Wanderer, die lieber im Norden wandern möchten, empfiehlt sich die nördliche Verlängerung des Fernwanderweges. Hier startet die Tour in Schweden, in der Stadt Grövelsjön und endet am Kattegat.

Wandertouren in Hessen

Hessen ist ebenfalls ein Paradies für Naturliebhaber und Wanderer. Neun wunderschöne Wanderregion laden zum Aufenthalt in der Natur ein und diese sind sogar garantiert, denn Hessen verfügt über eine große Anzahl an Wanderwegen, die mit einem Gütesiegel ausgezeichnet sind.

Nordhessen – die Heimat der Gebrüder Grimm

In der GrimmHeimat Nordhessen finden Wanderer eine Vielzahl an Kurz- und Weitwanderwegen, so unter anderem der Diemelsteig, der Grimmsteig und der Ederhöhenpfad.

Neben der unverfälschten, herrlichen Natur Nordhessens bieten zahlreiche Themenwege rund um Sagen und Märchen Abwechslung während der Wanderung.

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee, südlich des Sees, finden Wanderer den größten und ursprünglichsten Buchenwald Deutschlands, mit über 50 Kuppen und Bergen. Im Jahr 2011 wurde der Buchenwald in die Liste des UNESCO Welterbes eingetragen. Felsige Hänge, bizarre Baumformationen, uralte Bäume und hunderte Reinst-Wasserquellen prägen die Buchenwälder des Nationalparks.

Pilger- und Fernwanderwege in Hessen

Bonifatius-Route

Die Bonifatius-Route ist ein relativ neuer Pilgerweg, der erst seit 2004 besteht. Im Jahr 754 wurde der Kirchenreformer und Missionar Bonifatius von Mainz zu seiner letzten Ruhestätte nach Fulda verbracht. Diesem letzten Weg folgt die 180 Kilometer lange Bonifatius- Pilgerroute.

Start der Bonifatius-Route ist der Mainzer Dom, beziehungsweise der Leichhof, sie endet am Fuldaer Dom. Dazwischen liegen die unterschiedlichsten Landschaften, die es während der Pilgerwanderung zu entdecken gibt.

der Aar-Höhenweg

Der Aar Höhenweg stellt an den Wanderer die unterschiedlichsten Anforderungen. Auf insgesamt 62 Kilometern gilt es hier, verschiedene Höhen- und Gefällstrecken zu meistern.

Die Strecke startet bei der Quelle der Aar in Taunusstein-Orlen, läuft an den Orten Taunusstein, Bad Schwalbach, Hohenstein, Heidenrod, Aarbergen, Hahnstätten entlang und endet schließlich in Diez. Belohnt wird der Wanderer auf drei Etappen durch eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten in und um die Städte, die zu einem kurzem Abstecher in die jeweiligen Orte animieren.

Vulkanring Vogelsberg

Ein Rundwanderweg mit 118 Kilometer Länge durch eine atemberaubend schöne und wechselhafte Landschaft rund um den Hohen Vogelsberg. Der wunderschöne Rundweg ist in sechs Etappen aufgeteilt, der Einstieg ist überall möglich. Der Vulkanring eignet sich für jeden Naturliebhaber, der gut zu Fuß ist. Die Strecke führt überwiegend über Wiesen- und Waldpfade und erdige Forstwege. Nur in der Nähe der Städte konnte an manchen Stellen auf Schotter oder asphaltierte Wege nicht verzichtet werden.

Den Schildvulkan sieht und spürt der Wanderer überall. Der Basalt zeichnet die Landschaft in unterschiedlichster Weise. Man findet ihn fast überall entlang des Rundweges, speziell aber an der berühmten Felsgalerie der Uhuklippen, direkt über Hochwaldhausen.

Vier anspruchsvolle Anstiege mit bis zu 617 Metern sind auf der Strecke zu finden: der Schlossberg in Ulrichstein am Ende der Strecke, das Naturschutzgebiet Eichköppel, vor dem Ort Stornfels und der „Alte Burg“.

Wanderwege im Saarland

Das Saarland ist durch seine Lage zwischen Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Frankreich und die abwechslungsreiche Landschaft ein wahres El-Dorado für Wanderer.

Interessant sind die Saarland-Tafeltouren. Hier begegnen sich die Lust am Wandern in gut ausgebauten Wanderwegnetzen mit der Lust auf kulinarische Köstlichkeiten. Wanderer können hier die ausgezeichneten – leicht französisch angehauchten – Spezialitäten des Saarlandes genießen.

Mittlerweile werden sieben verschiedene Saarland-Tafeltouren angeboten.

Fernwanderwege und Pilgertouren im Saarland

Der Jakobsweg von St. Wendel bis nach Saarbrücken ist wohl der bekannteste Pilgerweg im Saarland, obwohl er erst im Jahr 2010 eröffnet wurde. Die Strecke verbindet alte Pilgerorte und Pilgerstätten mit dem Jakobsweg.

Die circa 60 Kilometer lange Strecke ist in drei Etappen – Sankt Wendel/Tholey, Tholey/Illingen,Illingen/Saarbrücken/Metz – eingeteilt, die Route kann allerdings ganz individuell geplant werden, da der Einstieg überall möglich ist und auch die Laufrichtung selbst bestimmt werden kann.

Der Moselsteig

Der Moselsteig ist einer der attraktivsten und abwechslungsreichsten Fernwanderwege und das liegt nicht nur an seiner Länge.

24 Etappen und eine Gesamtlänge von 384,1 Kilometern machen den Moselsteig auch zum längsten Fernwanderweg in Deutschland.

Auf der gesamten Länge begleitet der Weg den Mosellauf – von Perl bis Koblenz. Zwischen 11 Kilometern und 24 Kilometern Länge reichen die unterschiedlichen Etappen, die sich auch in der Schwere stark unterscheiden. Von leichten Etappen für Anfänger bis zu anspruchsvollen für die Wanderprofis ist bei dieser Fernwanderstrecke alles dabei.

Zahlreiche Aussichtspunkte, die den Wanderer mit einem atemberaubenden Blick auf die Moselschleifen verwöhnen, finden sich entlang der einzelnen Etappen.

Wer nicht so weit wandern möchte oder lieber auf Rundwanderwegen wandert, findet entlang der Strecke zahlreiche Partnerstrecken. Diese sind als sogenannte „Seitensprünge“ gekennzeichnet und bieten Halbtages- und Tagestouren.